Rebsorten


Riesling

Ein Herzenbrecher mit fruchtigem Zitrusaroma, Rasse und markanter Säure - und außerdem ein Tausendsassa, der häufig ran muss, wenn aus Wein Sekt werden soll und der sich zudem bestens für Eisweine und Auslesen eignet. An der Mosel präsentiert sich der Riesling - was die Säure angeht - meist zurückhaltend. Aber ein "König der Weißweine" muss nun wahrlich nicht protzen. Seit 1995 regiert die kostbarste deutsche Weißweinsorte in der Rebflächen - Statistik (21,2 Prozent) und beschert den Weinliebhabern fürstliche

Rieslingstraube

Geschmackserlebnisse und an der Mosel jede Menge Auszeichnungen. Die Weine erinnern in ihrem sehr nuancenreichen Bukett oft an Pfirsiche und Aprikosen. Ihre prickelnde Lebendigkeit und Eleganz verdanken sie der rassigen und manchmal schon stahligen Fruchtsäure.

Müller- Thurgau

Er gehört zu den Stillen im Lande, die nicht viel Aufhebens von ihren Qualitäten machen. Ein grundsolider Typ eben, mit Eltern, welche sich sehen lassen können (Riesling und Gutedel) und einem ebensolchen Züchter - Vater und Namensgeber (Professor Müller aus dem Thurgau in der Schweiz). An der Mosel nach dem Riesling die zweithäufigste Sorte, deren trocken - moderne Variante unter dem Namen Rivaner gerade eine Renaissance erlebt. Kein Wunder, denn der Müller - Thurgau respektive Rivaner kann mit zarten Muskat- und Walnusstönen betören und passt mit seiner milden Säure bestens zu leichten Speisen wie Fisch. Als frühreifes Früchtchen muss er aber von seinen Verehrern jung getrunken werden.

Elbling

Die Weißweinsorte hatte bis ins 19. Jahrhundert hinein eine weite Verbreitung. Ihre Herkunft ist nicht gesichert. Allerdings erwähnen bereits römische Schriftsteller diese (zumindest eine recht ähnliche) Sorte für zahlreiche deutsche Anbaugebiete. Die heutige Verbreitung in Deutschland konzentriert sich auf das Anbaugebiet Mosel-Saar-Ruwer, insbesondere den Bereich der Obermosel.
Elbling-Weine eignen sich bestens zur Sektherstellung, gewinnen aber auch in der Flaschenweinvermarktung (meist trocken ausgebaut) zunehmend an Bedeutung.

Weißburgunder

Noch so ein bescheidener "Hans - Dampf - in - allen - Gassen" im pfälzischen Reben - Revier, der zu fast allen Gerichten (bevorzugt Fisch und weißem Fleisch) eine gute Figur macht und nebenbei noch bestens als Sekt - Grundwein taugt. Aber als Stammvater einer klassischen Weinfamilie hat man als "pinot blanc" auch international einen vorzüglichen Ruf. Doch der Weißburgunder ist im Kommen, und die Qualität besticht..

Silvaner

Der Mann aus dem Osten gab noch vor einigen Jahrzehnten den Ton an im multikulturellen Rebengarten der Pfalz. Das hat sich geändert, doch allseits beliebt ist der süffige Silvaner noch immer (fast 6 Prozent der Rebfläche). Auf jedem Fall wird kaum mehr ein Wort über seine ungewöhnliche Herkunft verloren. Dabei soll die Wildrebe aus Kaukasien stammen, manche munkeln sogar etwas von einer Herkunft aus Transsylvanien. Aber keine Angst: wer bei dem zurückhaltend - neutralen Typ mit seiner milden Säure anbeißt, muss nicht bereuen - und wird bei vielen leichten Speisen begeistert mit der Zunge schnalzen.

Ortega

Würzburger Neuzüchtung aus Müller-Thurgau  x   Siegerrebe mit intensivem Bukett, doch für den Weinkenner nur selten von überzeugendem Charakter. Angesichts ihrer geringen Ansprüche an Böden und Lagen, ihrer hohen Mostgewichte und ihrer frühen Reife findet sie jedoch zumal dort Anhänger, wo Qualität nicht das primäre Kriterium ist. 1246 ha sind inzwischen mit ihr bestockt, davon gut die Hälfte in Rheinhessen, etwa ein Viertel in der Pfalz, der Rest an Mosel-Saar-Ruwer u.a.

Scheurebe

Da hat man es im Reben - Leben natürlich leicht: Mutter Silvaner, Vater Riesling, und schon stehen dem Nachfahren die Rebflächen offen. Dabei war Züchter Georg Scheu voll des Lobes über seine Entdeckung und schwärmte vom verstärktem Riesling - Bukett und dem Körperreichtum. Egal, ob als trocken ausgebauter Wein (etwa zu weißem Fleisch) oder als Auslese, Beerenauslese oder Eiswein, die Scheurebe betört Gaumen und Nase: etwa mit Pfirsicharomen, mit Rosenduft oder dem Bukett von schwarzen Johannisbeeren.

Kerner

Weine mit einer herzhaften Art und einer feinen Fruchtsäure. Frische, rassige, rieslingsähnliche Weine. Bestens auch als Essensbegleiter 1969 in Weinsberg gezüchtet, wurde die nach dem Weinsberger Dichter Justinus Kerner benannte Sorte rasch populär und ist heute eine der meistangebauten weißen Sorten. Im Vergleich zum Riesling produziert sie mehr Trauben und weniger Säure; auch stellt sie geringere Ansprüche an die Lage. Obwohl Kerner meist duftiger, milder und weniger haltbar ausfällt, sorgte die geschmackliche Verwandtschaft zum Riesling in fast allen Anbaugebieten für Erfolg.
Kerner passt gut zu Kalb, Schwein und ausdrucksvollen Käsesorten.
Farbe: hellgelb bis strohgelb, Duft, Geschmack: feiner Duft, fruchtig, Eisbonbon, Drops Säureausprägung: feinrassig bis rassig Körper, Gehalt: mittel bis kräftig

Dornfelder

Weinsberger rote Neuzüchtung aus den Neuzüchtungen Helfensteiner  x  Heroldrebe. Als derzeit erfolgreichste rote Neuzüchtung sind inzwischen 1696 ha mit ihr bestockt, und zwar in der Pfalz, in Rheinhessen, an der Mosel und in Württemberg. Ihre zunehmende Verbreitung beruht auf der vergleichsweise hohen Farbkraft (und Tanningehalt) der aus ihr erzeugten Weine, die viele übersehen lässt, dass ein in Barriques ausgebauter Dornfelder sehr eindimensional und einsilbig ist und die Komplexität und Eleganz eines gelungenen Spätburgunders auch nicht im entferntesten zu erreichen vermag. Ein fruchtiger Rotwein, mit einer dunkelroten Farbe.

Blauer Portugieser

Der Sortenname resultiert aus der ursprünglich vermuteten Herkunft, Portugal. Innerhalb Deutschlands hat die Pfalz den weitaus größten Portugiesen- Anteil vorzuweisen. Auch in Rheinhessen existieren inzwischen beachtliche Portugiesen- Flächen. Die Weine werden überwiegend als QbA- Weine ausgebaut und sind meist hellrot in der Farbe. Ein Großteil der jährlichen Produktion kommt als Portugieser Weißherbst auf den Markt.

Spätburgunder

Der Spätburgunder Rotwein wird über Maischegärung oder Maischeerwärmung von gesundem, reifem Lesegut gewonnen. Die Weine sind geprägt durch ein fruchtiges Aroma, mittlerem bis kräftigem Körper, dezentem bis kräftigem Gerbstoffgehalt und milder Säure.

Der blaue Spätburgunder ist die vielseitigste Rebsorte unseres Anbaugebietes und gilt als die anspruchvollste Rotweinrebsorte Deutschlands. Seit 1100 Jahren wird sie bereits in Baden angebaut und ist auch noch heute in allen Regionen vertreten. Den prozentual größten Anteil hat sie am Tuniberg - 50% der Rebfläche sind dort mit Spätburgunder bepflanzt.
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