Von
Jan Gutjahr
Wenn Angler nach ihrer Meinung gefragt werden, welches das beste
Zandergewässer in unseren Breiten sei, nennen die meisten den Rhein,
einige den Main, die Elbe oder die Donau.
Ein Fluss wird bei den Aufzählungen jedoch
meistens vergessen, obwohl er mit Sicherheit zu den "Top Ten"
gehört.
Ich spreche von der Mosel.
Zander-Brummer
Anfang der 80er Jahre wurden die ersten Zander in die
Mosel besetzt. Die Fische kamen mit den dortigen |

Max. 15 Pfünder Zander
|
Lebensbedingungen
optimal zurecht, was zur Folge hatte, das der Bestand
bis Mitte der 90er Jahre explodierte und der
Stachelritter zum absoluten "Räuberhauptmann"
wurde.
Tagesfänge zwischen 10 und 20 Kammschuppen waren bei
gutem Wasserstand realistisch. Durch einen hohen
Befischungsdruck - vor allem seitens der Berufsfischer,
aber auch durch den Raubbau vieler Angler, sank die Zahl
der Fische, jedoch stieg das Durchschnittsgewicht an.
Petrijünger fingen nachweislich schon Fische bis 25
Pfund. Ich denke, die Spitze des Eisbergs liegt
mittlerweile bei Brummern von 28-30 Pfund bzw. ca. 120
cm Länge.
Ein guter Gewässerabschnitt ist der Bereich zwischen
den Staustufen Wintrich und St. Aldegund. Beste Köder
für das Zanderfischen sind hier große Gummifische und
Twister. Die bietet man in tiefen, ruhigen
Flussabschnitten, entlang der Strömungskanten, an. |
| |
|
Raubritter
Barsch
Neben Zandern lauern aber auch noch andere Räuber auf die
Köder der Angler. Mit der feinen Spinnrute ist man erfolgreich
auf Barsche. |

Barsch mit Gummi
|
| Die
Stachelritter halten sich mit Vorliebe in Häfen oder in der
Nähe der Moselbrücken auf. Mit Heißhunger nehmen sie kleine
Twister und Gummifische um 5 cm in den Farben Rot, Grün und
Perl. Hat man erst mal einen beißwütigen Schwarm erwischt,
sind Serien von 20-50 Fischen drin. Die meisten der Raubritter
wiegen um die 250 Gramm, es sind aber auch Kannibalen von bis zu
3 Pfund und etwa 45 cm Länge möglich. |
Der
Rapfen
Eine Fischart, die in den letzten Jahren sehr stark im Kommen
ist, ist der Rapfen. |

Rapfen mit Blei
|
| Ihm
stellt man am besten direkt in der Hauptströmung, mit Spinnern
und Blinkern in Rottönen sowie dem Rapfenblei nach. Ein
Geheimtipp ist der schnell an der Oberfläche angebotene
Streamer. Beißt ein Kapitaler, fängt die Fliegenrolle an zu
singen. Mittlerweile dürften Fische von bis zu 8 Pfund Gewicht
zu fangen sein. Ein absoluter Superplatz, um die pfeilschnellen
Räuber auf die Schuppen zu legen, ist der Bereich unterhalb der
Schleuse in St. Aldegund. |
| Ein
fetter Döbel |

Döbel
|
| Dazwischen
nimmt immer mal wieder ein fetter Döbel die Kunstköder. Aber
auch mit Fischfetzen lassen sich Dickköpfe, die in Gewichten
bis etwa 5 Pfund vorkommen, überlisten. Ein Top-Platz für
Döbel ist die Mündung der Lieser in die Mosel. |
Hechtbestand
Obwohl die Mosel keinen sich selbst vermehrenden
Hechtbestand hat, geht zwar selten, aber doch mal ein einsamer
Esox an den Haken. |

Hecht 94 cm
|
Ein
gezieltes Befischen ist aber leider nicht möglich, da es sich
wirklich um sehr wenige Einzel-Exemplare handelt. Beißt jedoch
mal einer, ist es wahrscheinlich auch ein richtig Guter. Ein
Gastangler aus dem Hunsrück fing im Hafen von Traben- Trarbach
vor 3 Jahren ein Monster von 25 Pfund und 127 cm Länge beim
Barschangeln.
TIPP
Fazit: Nie das Stahlvorfach vergessen. Dies kann ich generell
zum Kunstköderfischen in der Mosel empfehlen, da der Fluss voll
von Muschelbänken ist, welche die Schnur aufscheuern. Mit Stahl
verhindert man das weitestgehend. |
Waller
Apropos Wegreißen: Beim Angeln mit dem toten Köderfisch
hat es einigen armen Petrijüngern schon Tränen in die Augen
getrieben angesichts |

|
| der
Tatsache, dass die Grundrute vom Angelständer gerissen wurde
und auf Nimmerwiedersehen im Fluss verschwand. Um es auf den
Punkt zu bringen: Es wurden schon Waller um 70 cm gefangen. Ich
bin der Überzeugung, dass wesentlich größere Exemplare unter
Wasser den Weißfischbestand lichten. Hier sind die
Wallerexperten gefragt. |
Anfahrt:
Vom Hunsrück kommend
über die A 61 und B 50, von
der Eifel über die A
48 Koblenz Richtung Trier. |
copyright
© 2000 by Paul Parey Zeitschriftenverlag: Raubfisch / 04/2000 |
Der
Strom entspringt in Frankreich, in den Vogesen, ist 545 km lang,
wovon 344 km schiffbar sind. Am Deutschen Eck, in Koblenz,
mündet der Fluss in den Rhein. Bekannt ist die Mosel vor allem
durch ihren Wein, den Moselriesling. Aber nicht nur dem
Weinkenner bietet sie einiges, auch der Angler kommt voll auf
seine Kosten.
Bis zum Jahr 1961 war die Mosel ( Karte ) naturbelassen. Döbel,
Barben und Nasen zählten zu den Hauptfischen; in den
zahlreichen Altarmen tummelten sich Karpfen, Barsche und Hechte,
welche damals noch auf vom Hochwasser überschwemmten Wiesen ihr
Laichgeschäft verrichten konnten. Auch Lachse und Meerforellen
wurden zu jener Zeit noch erbeutet.
Zwischen 1961 und 1964 wurde die Mosel kanalisiert, zur
Schifffahrtsstrecke ausgebaut. Und die Schleusenkraftwerke
dienen seither zur Elektrizitätsgewinnung. Mit der
Kanalisierung änderten sich auch die Lebensbedingungen für die
vorhandenen Fischarten. Kam einerseits den Karpfen und Brassen
die gemäßigte Strömung und die stärkere Wassertrübung
zugute, fühlten sich andererseits die Barben und Nasen nicht
mehr so wohl. Die Kanalisierung besiegelte zudem das Ende des
Hechtbestandes, da Esox die Laichmöglichkeiten genommen wurden.
Auch die Salmoniden verabschiedeten sich, ihnen wurde der
Aufstieg zu ihren Laichgründen verbaut, da die eingerichteten
Fischtreppen bis heute nicht richtig funktionieren. |
Im
Gegensatz zum Rhein
oder der Elbe hat die Mosel keine Buhnen, in deren Kesseln man
ruhige Stellen mit Gegenströmung vorfindet. Aussichtsreiche
Plätze sind also nur durch intensives Beobachten der
Strömungsverhältnisse zu finden. Gut fängt man aber generell
ober- und unterhalb der Schleusen St. Aldegund, Enkirch,
Zeltingen und Wintrich. Aber bitte beachten: Dort sind jeweils
oberhalb 100 m und unterhalb 500 m Fischereischonbezirke.
Wer hier erwischt wird, kann mit Geldbußen um 500 Mark rechnen! |
Im
Winter gehören Häfen
und Seitenarme zu den absoluten Hot Spots. Gute Zanderfänge
lassen sich auch mit dem toten Köderfisch erzielen. Gefischt
wird der Köfi mit einer einfachen Grundblei-Montage.
Tipp: Ruhig früh anschlagen, damit der Haken vorne im Maul
sitzt und kleine Räuber zurückgesetzt werden können. |
| Aale
im Sog |

|
| Auch
Aale bietet die Mosel. Jedoch hat, wie in den meisten
Gewässern, der Bestand an Schleichern leider sehr nachgelassen.
Die Aale haben nämlich das selbe Problem wie die Zander: Sie
schmecken zu gut und bringen das meiste Geld. Bester Köder für
den Ansitz auf die Schlängler ist der Tauwurm. Der wird mit
einem recht schweren Grundblei dicht am Ufer angeboten. Auch
kleine Köderfische oder Fetzenköder bringen Erfolg.
Grundanglern empfehle ich Bleie von wenigstens 50 g, da durch
die vorbei fahrenden Frachtschiffe teils eine starke Sogwirkung
entsteht, die die Montage einfach vom Angelplatz wegreißt. |
Methoden
Spinn- bzw. Ansitzangeln auf Barsch, Zander, Döbel, Rapfen und
Aal.
Gerät für Zander
Spinnrute von 3 bis 3,30 m und etwa 80 g Wurfgewicht (WG), für
Barsche und Rapfen um 3 m Länge und
30 g WG. Dünne Dyneema-Schnur. Stahlvorfach nicht vergessen!
Zum Grundangeln auf Aal und Zander robuste Ruten von 3,60 m und
einem WG von 80 g; 35er monofile Hauptschnur. |
Erlaubnis
Tag 7,50 DM, Monat 30 DM, Jahr (von einer
Staustufe zur nächsten) 60 DM, Jahr (ganze Mosel) 120 DM. |
Bestimmungen:
Das Fischen ist nur vom Ufer aus gestattet,
mit max. 2 Ruten. An der Mosel ist Nachtangeln (0.00 Uhr bis 1
Stunde vor Sonnenaufgang) nicht erlaubt. Schongebiete beachten
(teilweise nicht ausgeschildert)! |
Angelgeschäfte
Angelshop BARTZ,
Schottstr. 85, 56841
Traben-Trarbach, Tel. 06541/3808; Angelgeräte-Versand
PEIERL, 56814 Ediger-Eller, Tel. 02675/231.
Hier gibt's auch Erlaubnisscheine und Infos. |
Extra-Tipp
Immer beobachten, wo sich die Brutfische aufhalten. Dort mit
kleinen Twistem und Gummifischen oder kleinen Spinnern auf
Barsche fischen.
Köder Zander beißen gut auf große Gummiköder in Grün und
Perl sowie auf handlange Rotaugen und Ukeleis. Barsche gehen am
besten auf kleine Twister und Shads in Rot, Perl und Grün. Aale
nehmen gerne Tauwürmer und kleine Köderfische. Rapfen knallen
am liebsten auf rote Oberflächenköder wie Spinner, Blinker,
Wobbler oder das Rapfenblei.
Barbe74cm
Es gibt noch viel zu
entdecken an der Mosel.
Jan Gutjahr |
|