Martin Luther.
Augustinerkloster zu Erfurt.
Erfurt ist Martin Luthers geistige Heimat. Hier studierte er von 1501 – 1505 an der damals berühmten Universität, zunächst die „Sieben freien Künste“, später Theologie und – auf Wunsch seines Vaters – auch Rechtswissenschaft.
Doch ein einschneidendes Persönliches Ereignis verändert radikal sein Leben. Am 17 Juli 1505 bittet er um Aufnahme in das Erfurter Kloster der Augustiner-Eremiten, eines Ordens, der durch seine Gelehrsamkeit berühmt ist.

Strenge geistliche und asketische Übungen nach einem genau geregeltem Tagesplan, sowie eine ordensinterne wissenschaftliche Weiterbildung bestimmen über Jahre hinweg ein Leben als Mönch.

Bei Luthers Eintritt umfaßte das „Schwarze Kloster
zu Erfurt“ etwa 50 Mönche, geleitet von ihrem Prior Winand von Diedenhofen.
Vermutlich im Herbst 1505 wurde der Petent im
Kapitelsaal in Gegenwart aller Klosterbrüder als Novize aufgenommen und für ein
Probejahr dem Novizenmeister Johann Greffenstein übergeben.
Im Herbst 1506 leistete Luther Profeß, daß heißt er verpflichtete sich auf die Ordensgelübde des Gehorsams, der Armut und der Keuschheit und wurde damit endgültig in die Ordens- und Klostergemeinschaft aufgenommen.
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Vom Prior zum Priesteramt bestimmt, empfing er am 27. Februar ( oder am 03.April ) 1507 durch Weihbischof Johann Bonemilch von Lasphe im Erfurter Dom die Priesterweihe und feierte am Sonntag Kantate ( 02. Mai ) 1507 seine Primiz in Gegenwart des Vaters und geladener Freunde. Die Universitätslaufbahn war mit Eintritt ins Kloster zunächst einmal beendet, sowohl das Studium der Rechte, wie auch die eigene Lehrtätigkeit als „Magister Artium“. |
Die Geschichte der Reformation kann nicht ohne den
Orden der Augustiner-Eremiten geschrieben werden. Jene Mönche, die sich
verpflichten, streng nach der Regel des Hl. Augustinus zu leben, hatten sich
bereits im Jahre 1284 in Magdeburg niedergelassen. Und nur ein Jahr darauf
begannen sie, ihr Kloster zu errichten. Heute ist von dieser Anlage nur die
Kirche erhalten, welche im Jahre 1689 den zugewanderten Wallonen übergeben und
1694 neu geweiht wurde.
Das Kloster St. Augustini kann als Quell des Neuen
Glaubens für Magdeburg angesehen werden.
Einer der berühmtesten Augustiner-Vikare, Dr Andreas
Proles [ t 1503 ] weilte gerade zu der Zeit zu Magdeburg, als Luther hier
Schüler war. Proles der aufgrund seiner innerkirchlichen Reformideen vielfachen
Verfolgungen ausgesetzt war und den zuguter Letzt der Bannflucht des Papstes
traf, sollte 1497 auf Bitten des Erzbischofs Ernst einen langwierigen Streit,
in dem mehrere Parteien verwickelt waren, schlichten helfen.
Ob der vierzehnjährige Luther damals jenen
unbeugsamen Augustinerprovincial hat predigen hören ist nicht überliefert.
Luther selber hat diesbezüglich keine Auskunft hinterlassen.
Erst nach zwei Jahren, im Sommer 1507, setzte Luther
auf Anweisung des Generalvikars der Augustinerobservanten Johannes von
Staupitz, seine akademische Laufbahn fort, allerdings als Student der
theologischen Fakultät. Er beginnt in Erfurt, wechselt aber im Herbst 1508 auf
Anweisung des Generalvikars nach Wittenberg, um dort seine Studien
fortzuführen. Am 09 März 1509 wird er zum „Baccalaureus Biblicus“ promoviert,
absolviert in Wittenberg noch seine Pflichtdisputation als „Baccalaureus
Sententarius“, wird dann aber nach Erfurt zurückversetzt,
um dort vom Herbst 1509 bis zum Sommer 1511 als
Sententair zu Lehren. Die Zeit in Erfurt wird vom Spätherbst 1510 bis zum
Frühjahr1511 durch eine Romreise unterbrochen. Anlaß der Reise ist der Streit
unter den Augustinern über die Zukunft der strengen Obsevanz. Generalvikar
Johannes von Staupitz sucht nach einer Versöhnung der Regelstrengengen Klöster
mit den beargwöhnten „laxen“ Ordensbrüdern, unter heftigem Protest von sieben
„renitenten Konventen“, die unter der Führung Erfurts alles daransetzten, den
angestrebten Ausgleich scheitern zu lassen.
Die Reise nach Rom diente dem Protest gegen die
angebliche Aufweichung der Observanz. Der Einspruch wurde zwar abgewiesen, der
Widerstand gegen Staupitzens Pläne damit jedoch nicht gebrochen.
Luther hingegen hat sich seinem Ordensvorgesetzten
gebeugt und dieser hatte ihn wohl
noch im Jahre 1511 endgültig vom Erfurter in den Wittenberger Augustinerkonvent
versetzt.
Dafür war es Generalvikar Johannes von Staupitz [ t
1524 ], der nächstwichtige Mann jener sächsisch-thüringischen
Reformkongregation, der seinen vielumsorgten Schützling Martin Lutherin
Frühjahr 1516 auf eine mehrwöchige Visitionsreise durch die Ordensprovinzen
schickte.
Dabei hatte der zum Distriktvikar beförderte Luther
auch das Augustinerkloster in Magdeburg aufzusuchen. Als Luther in der
Elbestadt eintraf, wird er vom Prior des Augustinerklosters, Johannes Vogt,
herzlich begrüßt. Denn Vogt stammte genau wie der frisch ernannte Distriktvikar
aus Eisleben, weshalb ihn mancher Johann von Isleben nannte. Zudem hatte er in
Wittenberg studiert und
promoviert. Da zum Kloster ein sogenanntes Studium – also eine jener
Ausbildungsstätten, wo sich Mönche auf ihr Universitätsstudium vorbereiten –
und eine Bibliothek gehörten, wird sich Luther besonders gerne umgesehen haben.
Das Evangelische Augustinerkloster zu Erfurt ist ein
einmaliges Baudenkmal mittelalterlicher Ordensbaukunst. Zugleich ist das
Kloster weltweit als bedeutende Lutherstätte bekannt.
Martin Luther lebte hier von 1505 bis 1511. Unser
Kloster ist heute eine international bekannte Tagungs- und Begegnungsstätte und
gehört zur Kirchenprovinz Sachsen mit dem Bischofssitz in Magdeburg
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