|
| |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
 |
|
 |
 |
 |
|
 |
 |
 |
 |
 |
 |
|
|
|
|
 |
|
|
|
|
|
Um den Grund der Erbauung und des späteren Schleifens der Festung Mont Royal zu Traben-Trarbach nachzuvollziehen, bedarf es einem Rückblick in die neuzeitliche europäische Geschichte. Hierbei ist Frankreich mit seinen im Osten angrenzenden Ländern, wie Deutschland, von besonderem Interesse für die Festung Mont Royal.
|
|
|
|
|
|
Die Anzahl der Kleinstaaten, die aus dem " Heilig-teutsch-römischen " Splitterreich hervorgingen, betrugen in der Neuzeit nach 1500, in etwa 400 Kleinstaaten. Nach dem 30 jährigen Religions- und Bruderkrieg war die Anzahl der Bewohner der Kleinstaaten erheblich verringert. Doch der an Bevölkerung doppelt so starke Nachbar Frankreich, glänzte durch seine Einheit und Bevölkerungsstärke. Unterdessen regierte der Sonnenkönig Ludwig XIV das starke Frankreich. Er wurde Herr seines Zeitalters und ließ, mitten im Frieden, linksrheinische Lande als "Reunionen" (Wiedervereinigungen mit Frankreich) erklären und von seinen Truppen besetzen. Hierzu bedarf es wiederum detaillierterem geschichtlichem Wissen: Im Westfälischen Frieden von 1648 sicherte sich Frankreich die habsburgischen Besitzungen im Elsass und erreichte somit erstmals den Rhein als Grenze. Die drei Bistümer Metz, Toul und Verdun fielen in französische Hand. Hinzu kamen Gebiete in Flandern, Roussillon, in den Niederlanden und die freie Grafschaft in Burgund. Es gab aber nicht nur militärische Durchsetzungen des Königs, sondern auch politische. Ludwig XIV ließ seine politische Machterweiterung nicht außer Acht und rekonstruierte auf dem Rechtsweg Ansprüche, die als " Reunionen" (Wiedervereinigungen, d.h. die staatsrechtliche Wiederangliederung an bestehende Herrschaftsverhältnisse) in die Geschichte eingingen. Diesen Rechtsanspruch gründete er auf Verträge aus dem Jahre 1552, welche deutsche Fürsten mit dem damaligen französischen König Heinrich II abgeschlossen hatten. Auch Kardinal Richelieu sah schon 1624 darin die Möglichkeit, vermeintlich "unrechtmäßig entzogenen" Besitz wieder okkupieren zu können. Der Vertrag von Chambord an der Loire, der beinhaltete, dass die Einsetzung Heinrichs II als Oberhaupt über die zum Reich gehörenden Städte Toul, Metz, Cambrai und Verdun bestimmte, wurde jedoch von Habsburg und dem Reichstag seiner Zeit nicht anerkannt. Jedoch im Jahre 1648 erlangte Frankreich die Souveränität über die oben erwähnten drei Bistümer. Frankreich gründete 1679 in Metz die Reunionskammern, die alle Landesverwaltungen, Lehenträger und Vasallen (Gefolgsmann) aus diesen Bistümern dazu aufforderte Lehenerneuerungen mit Frankreich nachzugehen; wenn nicht, seien diese Lehen verfallen. Bei Annerkennung Frankreichs als neuer "Lehnsherr" unterstand der Vasall von fortan der französischen Souveränität.
|
|
|
|
|
|
Von nun an ließ Ludwig XIV Städte wie Pfalzburg, Homburg an der Saar und Bitsch befestigen und errichtete Saarlouis als Festung. Hinzu kam auch die Belagerung der Städte Luxemburg und Straßburg. Da das Deutsche Reich nicht bereit war diese Gebietserweiterung Ludwig XIV einfach hinzu nehmen, kam es zu Verhandlungen in Frankfurt am Main und beim Reichstag in Regensburg, wo 1684 ein Waffenstillstand von 20 Jahren vereinbart wurde. Doch dieser Waffenstillstand dauerte gerade mal drei Jahre lang an. Durch den Baubeginn der Festung Mont Royal ( französisch= königlicher Berg; Name gegeben von Ludwig XIV ) , auf dem Halbinselberg gegenüber der Stadt Trarbach an der Mosel, erachtete dies der deutsche Kaiser als einen Bruch des vereinbarten Waffenstillstandes, da seiner Meinung nach die hintere Grafschaft Sponheim zu unrecht reuniert worden war. Dies lässt sich dadurch begründen, dass 1437 die hintere Grafschaft Sponheim an die Landesherren von Baden, Veldenz und Kurpfalz fielen, da die Starkenburger Grafen ausgestorben waren. Vom 15. Jahrhundert an wurde die hintere Grafschaft Sponheim von Baden und Pfalz-Simmern gemeinsam verwaltet. Die französische Reunionskammer aber zählte dieses Gebiet zur Grafschaft Veldenz dazu. Da Veldenz aber eine Schenkung an das Bistum Verdun und diese Grafschaft bereits reuniert , d.h. einverleibt war, nahm man ohne weiteren Gerichtsbeschluss die Grafschaft Sponheim mit dazu. Somit hält sich bis heute die geschichtliche Darstellung, dass Mont Royal mitten in Zeiten des Friedens unter der Verletzung des 20 jährigen Waffenstillstandes in deutschen Landen erbaut worden war. Da sich zur gleichen Zeit die Türkengefahr, die von Ungarn her drohte, abebbte und das Reich Übergriffe im Rheinlandnicht hinnehmen konnte, kam es zu langen kriegerischen Auseinandersetzungen, die mit dem Frieden von Ryswick (ein Schloss in Holland) im Jahre1697 endeten.
|
|
|
|
|
|
Die strategisch günstige Lage erkannte schon 1672 der Feldherr Turenne, als er sich auf einem Marsch vom Rhein nach Wittlich befand. Er befürchtete, dass die deutschen und holländischen Heere sich zu einem Gegenstoß nach Frankreich vereinigen könnten. Er riet schon damals dieses strategisch günstige Mittelland zu befestigen. Der berühmte französische Festungsbaumeister Sebastian de Prestre de Vauban sah ebenfalls die Vorzüge einer Realfestung auf dem Trabener Halbinselberg. Die Lage auf einem Halbinselberg, der günstige Zuflucht für Truppen bot, der Druck auf die umliegenden Staaten ausüben konnte, die Unterstützung für außerhalb agierende Truppen bot und der günstig gelegene Versorgungs- und Proviantierungsort, stellten für Frankreich einen optimalen Platz für eine solche Festung wie Mont Royal dar. Die Festung verriegelte die Mittelgebirge Eifel und Hunsrück, sowie den Moselweg zu einem Sperrblock. Sie flankierte Mittel- und Oberrhein und fesselte neben vier Kurfürstentümer Köln, Trier, Mainz und Pfalz die vielen Splitterstaaten. Nach der Kriegserklärung im Jahre 1688 eroberten französische Truppen Bonn, Andernach, Mainz und Koblenz. Koblenz widerstand der Belagerung. Somit wurde das ganze Gebiet um Mont Royal "entfestigt". Mit diesen Entfestigungsmaßnahmen wollte man verhindern, dass sich die Reichsarmeen in den Wehranlagen dieser Burgen festsetzen. So stand Mont Royal schon in seiner Bauphase mitten im Kriegsgeschehen. Die Festung Mont Royal hatte 1690 unter dem Gouverneur Graf Montal, Frankreichs dienstältester General zu dieser Zeit, eine Kampfbesetzung von 14 Regimentern mit zusammen 8450 Mann ohne Troß (Gefolge). Mit 155 Geschützen und riesigen Vorräten, z.B. 2000 Stück (Fuder) Wein, war sie doppelt so stark besetzt wie ihre Stützen Saarlouis und Luxemburg, sowie ihre einzigen nichtbezwungenen rheinischen Gegner Koblenz und Rheinfels. Aus alten Erzählungen erfährt man, dass Vauban die Landenge zwischen Kövenig und der "Wolfer Kehre" wohl durchstechen wollte, aber das war einerseits mit den damaligen Mitteln unmöglich. Die Berghöhe beträgt nämlich 276 m und die Mosel fließt etwa auf 100 m Meereshöhe. Andererseits hätte ein angemessener Böschungswinkel entstehen müssen, so dass schließlich von der erstrebten Insel kaum noch etwas übrig geblieben wäre.
|
|
 |
|
 |
 |
 |
  |
 |
 |
|