|
Der Mont-
National
|

|
|
Die Anlagen
Mont-Royal verriegelten die Moselschleife um
Traben-Trarbach, die Graacher Schanzen den
großen Moselbogen zwischen Bernkastel und
Trarbach: die Schanzen ,,Kampsteine" sperrten
die Hunsrückhöhe zur Mosel hin und das
Ahringsbachtal. Allein aus mindestens
6 französischen Kriegszügen und Besetzungen an der
Mittelmosel, besonders 1645,1672,
1681-1698,1702,1734/35,1 794-1814 schälten sich
reale Franzosenzeiten heraus.
Den Mißerfolg
seiner Okkupation von 1681 wiederholte
Frankreich 1794. Es startete einen ähnlichen
Machtversuch im rheinischen Raum, wieder an
der Mittelmosel und zwang damit Preußen, in
unserem Gebiet zur Abwehr Schanzwerke
anzulegen. So ist der ,,Mont-National", als
,,Graacher Schanzen" geläufiger, preussischen
Ursprungs. Die alliierten Armeen bauten die
Schanzanlagen 1794 als einen Sperriegel gegen
Frankreich, um Einfällen der Revolutionsheere
in das Reichsgebiet zu begegnen. Preußen
räumte aber noch im gleichen Jahr die
Verteidigungsstellung kampflos, weil ein
erneuter Kriegszug Frankreichs einen Rückzug
auf Mainz - und weiter - ratsam erscheinen
ließ. Trarbach wurde 1794 besetzt. Nun waren
es die Franzosen, die infolge Gegenstößen der
kaiserlichen Truppen 1795 ein befestigtes
Lager errichteten; die unzerstörten
preussischen Schanzwerke kamen ihnen nur allzu
gelegen. |
Sie bauten die
Stellungen auf einer Linie von 22 km aus,
bildeten befestigte Brückenköpfe bei Lieser /
Mühlheim und verlängerten das Schanzwerk bis
Enkirch. Der Mont-Royal bot sich erneut an,
uneinnehmbare Stellungen zu schaffen, da er
gegen Norden auf schmalem Halsgrat leicht zu
sichern war. Die Position Monzelfeld wurde
hinzugefügt. Die Kernwerke lagen zwischen
Graach und Trarbach, heute auf der Graacher
Höhe noch sichtbar, wie auch in der Nähe der
Kampsteine gegenüber der Wegeinmündung nach
Hödeshof. Somit bestand die Festung aus weit
über 20 Einzelwerken, 2 Sperriegeln,
befestigten Brückenköpfen und
Außenwerken
Die
Franzosen bauten daran bis 1797 und stellten
die Arbeiten ein, als das linksrheinische
Gebiet nach dem Frieden von Campo Formio 1797
zu Frankreich kam. Die ganze Wühlarbeit
nannten die Franzosen nunmehr stolz und unter
den Idealen ihrer großen Revolution ,,Mont-
National". Diese Verteidigungsstellung war
vorgesehen für 150.000 Mann und 150 Geschütze,
doch wieder nur für kurze Zeit und wieder
vergeblich und vergessen.
Napoleon
überspitzte den Imperialismus derart, daß auch
er schon bald wieder im natürlichen Gegendruck
Europas zerbrach. Dann schützte Preußen in
ersehntem langen Frieden ab 1815 eine ruhige
gesunde Entwicklung von Rhein und Mosel und
hielt durch sei ne Stärke auch die Kriege
1870/71 und 1914/18 fern. Aber der Übermut des
3. Reiches verstrickte die Mosel 1944/45 in
den Kampf und Zusammenbruch.
Eine spätere
französische Karte ,,Plan de la Position du
Mont- National" wurde der nebenstehenden
Darstellung unterlegt, die Schanzwerke
deutlich hervorgehoben und vereinfacht
beschriftet. Somit erübrigt sich eine
Beschreibung jedes einzelnen Erdwerkes' zumal
der Weg zu den Graacher Schanzen und zu den
Kampsteinen aus jeder Wanderkarte ersichtlich
ist. Das geübte Auge erkennt im Ödland oder in
den Wäldern leicht die spitz- und rechtwinklig
angelegten Erdwälle, - mehr ist nicht
geblieben. |
|