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| Historischer Rundgang |
Seite 3
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Ein Rundgang Wir beginnen den Rundgang an der Burgschänke, die sich westlich noch an einen der vier Pallastürme anlehnt (5. Faltplan). Der Pallas ist heute ein hoher Schutthaufen, aber zwei Ecktürme der ehemaligen vier sind noch zu erkennen, davon der eine mit den Ansätzen einer Wendeltreppe. Der 3. Turm ist in den Trümmern zu erkennen, der vierte an der senkrecht abfallenden Felswand abgestürzt. Wir gehen an diesem Felssturz entlang zur talseitigen Giebelwand des Kommandantenhauses. Die Durchbrüche sind Entlastungsbögen. Sie waren ausgemauert und die drei Etagen nur mit kleinen Fenstern versehen. Links der schmalen Treppe zur ,,Kanzel" steht noch eine Kaminanlage aus dem unteren Stockwerk dieses Anbaus, während die ,,Kanzel" selbst keinesfalls ein Altan war, sondern eine Toilettenanlage.
Nach dem Verlassen der Kanzel achte man
rechts auf eine Ausgrabungsstelle: Dort sucht
man den schon einmal wiedergefundenen Brunnen
erneut und sieht vor sich Mauerreste und
Stützbögen ehemaliger Kasematten und Gebäude.
Der Besucher folgt diesen Ruinen, passiert die
Fundamente eines Halbrundturmes, der die
Flanken der äußeren Ringmauer der Altanlage
deckte und kommt zur Burggraben-Anlage, auf
deren aufgefüllter Sohle man heute die Autos
parkt. Auf die Vortoranlage verzichtete Vauban ganz. Von der Schildmauer aus wurde (wie auf Mont - Royal) eine überwölbte Treppe auf die Grabensohle geführt. Von dort ging der Laufgraben durch eine Kasematte, mit beiderseitigen Schartenzangen für Gewehrfeuer hinüber in den gegenüberliegenden Felsen. Eine Wendeltreppe führte bis auf das obere Felsniveau zu den drei Oberwerken. An der Felsbasis zweigten Wehrgänge nach rechts und links ab. Linker Hand sind ein Stützbogen und Felsdurchbruch zu erkennen; rechter Hand setzte sich dieser Wehrgang fort durch eine Felsnase bis zu den Kurtinen, die in die Außenmauern mündeten. So lagen Angreifer im Festungsgraben von allen Seiten unter Beschuß (vergl. Grundriß mit der Rekonstruktionszeichnung). Auf dem Rückweg zur Burgschänke passiert man links den großen Steinhaufen des ehemals 35 Meter hohen Bergfrieds, dessen Steinmaterial zum Teil abgetragen und zum Häuserbau im Tal verwendet wurde. Damit ist der Rundgang über das Trümmerfeld beendet. Wer auch die Reste der drei Oberwerke von Vauban besichtigen will, muß die ab Graben bergseitige Autostraße weit zurücklaufen und links einen spitzwinklig einmündenden Weg wieder in Richtung Burg benutzen. Auf der Höhe mit Blick zur Burg erkennen Kundige den Ausgang der im Fels durchgeführten Wendeltreppe und im Rücken- noch höher hinauf- Reste der sog. ,,Laterne", eines der 3 Oberwerke. Der Unkundige muß suchen.
Die Gesamtanlage gibt dem flüchtigen
Betrachter nur noch wenige Anhaltspunkte, so
daß zum Verständnis dieser einst bedeutenden
Burg und Festung die angefügten Pläne eine
Hilfe sein sollen. Gelohnt werden die Mühen
durch herrliche Ausblicke auf beide
Stadtteile, auf den heute so friedlichen
Mosellauf und von der ,,Kanzel" aus weit in
die Eifel hinein. Lieber eine echte Ruine, als eine falsche Burg.
Wer zu Fuß zur Burg gekommen ist, sollte
den Weg abwärts zum Kriegerdenkmal wählen. Die in
den Fels eingehauenen Stufen waren zur Zeit
Vaubans überwölbt und gegen Beschuß gesichert. Die
Treppe endet auf dem Halbrundplateau des
Kriegerdenkmals (1870/71). Seine Ausmaße lassen
die Größe der ehemaligen Bastion erkennen, die
jenseits des Trarbacher Tals ein Gegenwerk, die
,,Redoute", besaß.
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