VORWORT

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Schon lange ist hier der Wunsch rege gewesen, es möchte eine ,,ausgedehntere", wissenschaftlichen Ansprüchen genügende Geschichte unserer Orte und ihrer Umgebung geschrieben werden. Trotzdem hat das nunmehr zur Neige gehende Jahrhundert ihn unbefriedigt gelassen. Christian v. Stramberg`s dankenswerter Abschnitt in seinem ,,Moselthal zwischen Zell und Konz" (1837), Pfarrer Lehmann's kaum lesbare und ungenaue, aber doch nützliche Geschichte der Grafen und der Grafschaft Spanheim (1869) und die beiden grossen, grundlegenden Werke des unvergesslichen Superintendenten Friedrich Back schlossen von vornherein die Lösung jener Aufgabe aus. Ausserdem ist nur noch eine kleine, mehr zusammenfassende, als neues bietende Abhandlung aus der Feder des jüngst verstorbenen Superintendenten Pfender (1856) erschienen. Und wurde nun auch die Geschichte der höheren Schule durch die verdienstlichen Arbeiten von Back und Schmidt auf urkundliche Grundlagen hin aufgehellt: so ist man doch, relativ betrachtet, im 19. Jahrhundert gegen die beiden vorhergehenden im Rückstand geblieben, welche in der Trarbacher Ehren- Säul  J. Hoffmann's (1669) und den Arbeiten Röhde's und Touton's zum Teil wertvolle literarische Schätze hinterlassen haben.

Und doch ist auch jetzt die Zeit zu einer einfassenden, kritisch genauen Geschichte noch nicht gekommen: zuvor ist noch mancherlei archivalisches Material - herbeizuschaffen, zu sichten und zu prüfen, müssen manche Partieen noch in mono-graphischer Behandlung aufgehellt werden.

Wenn ich trotzdem eine Vorarbeit in die Oeffentlichkeit zu bringen wage, so geschieht dies zunächst deshalb, weil ich glaube, dass die äusseren Schicksale unserer Orte wenigstens vom 14. Jahrhundert ab - jetzt in den Hauptzügen festliegen. Sodann bestimmt mich der Wunsch mancher Freunde und Bekannten, die den Inhalt zweier über das Thema gehaltenen Vorträge im Druck zu besitzen wünschen. Selbstredend geht der Inhalt des vorliegenden Schriftchens mehrfach über den Rahmen der Vorträge hinaus.

Reiches, grossenteils neues und bisher unbenutztes Material stand mir zu Gebote, wofür ich dem Kgl. Staatsarchiv zu Coblenz, dem Grossherzogl. Badischen General-Landesarchiv zu Karlsruhe, der Bibliothek der Generalinspektion der Festungen und des Ingenieurcorps zu Berlin und der Stadtbibliothek zu Trier zu lebhaftem Dank verpflichtet bin.

Ausserdem habe ich einerseits Herrn Amtsrichter Gescher und seinen Beamten hierselbst, andererseits noch zwei treuen, in unserer Heimatsgeschichte wohlbewanderten Helfern, dem Herrn Pfarrer Pfender in Zell und dem Herrn Gasthofbesitzer Ad. Allmacher in Trarbach, sowie dem Herrn H. Wirtzfeld zu Erpel, dem Bruder des für unsere Sache zu früh verstorbenen Postverwalters Michael Wirtzfeld, herzlich zu danken für die liebenswürdige und uneigennützige Unterstützung, die sie mir zu teil werden liessen.

Hoffentlich finden unsere Bemühungen den erhofften Anklang. Die Heimatliebe, die in deutschen Herzen ewig jung und mächtig bleibt und an der grünen Mosel berechtigter ist als sonstwo in der Welt, sichere dem Büchlein überall freudige Aufnahme und dankbar nachsichtige Leser.

Trarbach, den 20. Oktober 1899.

Dr. H. Disselnkötter.

Der Reinertrag ist für die Erhaltung der Ruine und für die Verschönerung der dazu gehörigen Anlagen bestimmt.

Die Grevenburg

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